Polen: Trump kritisiert Russland scharf

Die NZZ berichtet über US-Präsident Trumps Rede in Polen. Den gesamten Bericht finden Sie hier.

“In seiner Rede in Warschau hat US-Präsident Trump die transatlantische Allianz stärker betont als in vergangenen Auftritten. Der Kampf zur Verteidigung der westlichen Werte müsse aber entschlossener geführt werden.

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat bei seinem Besuch in Polen die Ehrerbietung erhalten, die er sich gewünscht hat, und Warschau im Gegenzug eine Versicherung, dass die USA die Sicherheit des ostmitteleuropäischen Alliierten verteidigen würden. Trump hielt auf dem Krasinski-Platz neben dem Denkmal des Warschauer Aufstands eine Rede, in der er die Polen für ihren heroischen Kampf für Freiheit und Zivilisation pries. Dies mache die spezielle Verbindung zweier Länder aus, deren Völker für die Verteidigung dieser Werte gekämpft und geblutet hätten. In seinen Ausführungen zum Widerstand Polens gegen das Nazi-Regime im Warschauer Aufstand zeichnete Trump Parallelen zur Gegenwart, in der die westlichen Werte in Gefahr seien. Mit unverbrüchlichem Willen sei dieser Kampf zu gewinnen, so wie Polen ihn am Ende gewonnen habe.

Bekenntnis zum Artikel 5 des Nato-Vertrags

Trump betonte, die Allianz der USA und Europas sei so eng wie eh und je. Ein starkes Europa sei ein Segen für den Westen und die Welt. Diese Worte wird man wohl auch in Brüssel mit Wohlwollen registriert haben, allerdings nannte der Präsident Polen als eine Führungsnation – jenes Land, das derzeit mit der EU in stetem Streit um Rechtsstaatlichkeit und Migration liegt. Zwiespältig waren auch Trumps Aussagen zur Nato. Anders als noch am Nato-Gipfel im Mai in Brüssel bekannte er sich unmissverständlich zur Beistandspflicht nach Artikel 5 – eine Versicherung, auf die man in Polen sehnlichst gewartet hatte. Ausführlicher noch wiederholte Trump aber neuerlich seinen Appell, dass Europa zu wenig beitrage und seine Verteidigungsausgaben erhöhen müsse. Polen dankte er dafür, dass es seine diesbezüglichen Verpflichtungen erfülle und damit den anderen Ländern als Beispiel diene.

Dennoch beschrieb Trump deutlicher als in den vergangenen Monaten eine unverbrüchliche transatlantische Wertegemeinschaft. Diese werde von verschiedener Seite bedroht. Er nannte islamistischen Terrorismus und klar auch Russland, das eine destabilisierende Wirkung habe. Moskau müsse die Aktivitäten in der Ukraine und die Unterstützung Asads in Syrien einstellen, forderte Trump unter dem Jubel der Menge.”