Schweden: ‚Zu viele‘ Vergewaltigungen, Musikfest abgesagt

Das schwedische Musikfestival Bråvalla wurde für nächstes Jahr abgesagt. Die Begründung des Veranstalters war, dass es beim letzten Festival am Wochenende in Norrköping, ‚zu viele‘ Vergewaltigungen gab.
Laut Polizei wurden vier Frauen vergewaltigt.

„In einem Fall soll eine 15-Jährige sogar während eines Konzertes in der Zuschauermenge misshandelt worden sein“, berichtet RP-Online. „Außerdem gingen bei der Polizei 23 Anzeigen wegen sexueller Belästigung ein. Nach Erkenntnissen der Polizei handelte es sich um Einzeltäter und nicht um organisierte Übergriffe.“

Weiter: „Es handle sich um ein gesellschaftliches Problem. Nicht nur auf Musikfestivals würden Frauen vergewaltigt. Aber der Veranstalter wolle ein “klares Statement” abgeben, schrieb Kajsa Apelqvist in einer Mitteilung. Deshalb werde das Festival 2018 ausfallen.“

Über die Täter wurde nichts bekannt gegeben. Frühere ähnliche Fälle sind nur aus den Vorjahren bekannt, nicht aber aus dem Zeitraum davor. Die Pressesprecherin des Veranstalters, Kajsa Apelqvist, sagt dass es ein gesellschaftliches Problem sei, nicht spezifisch für Festivals wie dieses.

Die Gründe für die erschreckend ungewöhnliche gesellschaftliche Veränderung, die in Schweden offensichtlich zutage tritt, liegen im Dunkeln. Möglicherweise auch weil sehr wenige Informationen heraus gegeben werden.

Nicht auszuschließen ist allerdings dass es im Zusammenhang mit der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten steht. Schweden nahm im Verhältnis zur Einwohnerzahl besonders viele Flüchtlinge und Migranten auf, insbesondere vor zwei Jahren.

Bråvalla wird von 50000 Menschen besucht, unter anderem spielten dieses Jahr Linkin Park, Mando Diao, Alesso und The Killers.